Die Zukunft beidhändig gestalten.
Ambidextrie ist die Fähigkeit von Organisationen, zwei Dinge gleichzeitig zu tun, die sich eigentlich widersprechen: Das Kerngeschäft effizient betreiben – und nebenbei immer die Innovation von morgen herausfinden.
Widersprüchlichkeiten aushalten
Diese beiden Bemühungen sind in sich jeweils logisch und konsistent – aber grundverschieden. Diese Widersprüchlichkeit ist wie ein Spagat, den Unternehmen lernen müssen – und der viel mit dem Aushalten von Widersprüchen zu tun hat.
Kerngeschäft
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Festlegung
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Präzision
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Qualität
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Effizienz
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Entscheidungskraft
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Fehler ausmerzen
Innovation
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Ideen generieren
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Ausprobieren
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Scheitern
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Frust
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aushalten Fehler als Lerngelegenheit
Was Ambidextrie leistet
Doch wie bringt man einem Unternehmen bei, gleichzeitig schnell, präzise, perfekt und innovativ, kreativ, spontan zu sein? Die Quadratur des Kreises. Die Antwort ist Ambidextrie.
Ambidextrie ist ein Ort,...
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…an dem beides existiert.
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…an dem Innovation ihren Weg „in die Linie" findet und nicht nach der ersten Aufbruchsstimmung versackt.
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…an dem die Zukunft eine wünschenswerte Option der Gegenwart ist – keine Bedrohung.
Warum ist das gerade jetzt relevant?
Beides gab es schon immer: Kreative Köpfe, die sich mit der Zukunft, Trends und Impulsen auseinandergesetzt und etwas Neues entwickelt haben. Und operative Exzellenz – etwas so lange verbessern, bis es fast nichts mehr zum Verbessern gibt. Neu ist, dass man diese beiden Dinge gleichzeitig machen muss. Während wir heute gut sind, müssen wir die Zukunft längst vorgedacht haben.
Mein Zugang
Viele Innovationseinheiten haben gezeigt, dass das „Ausdenken“ einer Innovation gar nicht das Problem ist – sondern ihr Weg in die Linie. Was oft fehlt, leistet die Ambidextrie: Sie beschreibt, wie das Neue den Weg ins Unternehmen finden kann.
Im Rahmen meiner Promotion habe ich ein Diagnose-Instrument entwickelt, mit dem Organisationen ihren aktuellen Stand messen können: Wo stehen wir zwischen Exploitation und Exploration?
2020 habe ich den Thinktank Ambidextrie gegründet, um Erkenntnisse aus Forschung und Praxis zusammenzuführen.
Mein Buch „Ambidextrie in Organisationen“ liefert Hintergründe, Fallstricke und mit dem Ekvilibro-Modell einen konkreten Ansatz.
Klingt gut, aber wie bringt man das in die eigene Organisation?
Und was ist mit dem Loslassen?
Ambidextrie allein reicht nicht. Wer ständig Neues hinzufügt, ohne Altes loszulassen, überfrachtet die Organisation. Irgendwann ist kein Platz mehr – nicht im Kalender, nicht im Budget, nicht in den Köpfen. Deshalb gehört zur Ambidextrie auch die Exnovation: das bewusste Beenden dessen, was nicht mehr trägt.